Autor: Nicole Elflein
Tags: Berlin, Bonbonmacherei, Bonbons, Candy, Hjalmar Stecher, Katja Kolber, Süßes
Echte Berliner Bonbons
Schön, dass es so etwas Gutes noch gibt: In einem Zwei-Mann-Betrieb in Berlin werden Bonbons nach traditionellen Rezepten mit originalen Walzmaschinen hergestellt und in einem nostalgisch anmutenden Laden verkauft.
Bonbonherstellung ist ein fast schon ausgestorbenes Handwerk. Nur wenige haben eine Vorstellung davon, wie das süße Naschwerk entsteht oder sogar schon einem Bonbonmacher über die Schulter schauen können. Deshalb lohnt sich für alle Berliner und Berlin-Besucher ein Abstecher in die traditionsreiche „Bonbonmacherei” in den Heckmann-Höfen: Schon beim Eintreten empfängt den Gast der fruchtige Duft der süßen Leckereien. Der kleine schmucke Laden verbindet Verkaufsstand und Ausstellungsraum mit einer Schauküche: Hier kann man jeden Samstag Hjalmar Stecher, einem echten Bonbonmacher aus Leidenschaft, dabei zusehen, wie er aus der süßen Klebemasse feine Leckereien fertigt.
Das Besondere an den Karamellen ist, dass sie ausschließlich aus natürlichen Zutaten traditionell über einem richtigen Feuer gekocht werden. Dadurch karamellisiert die Bonbonmasse leicht und verleiht den Bonbons einen besonderen Geschmack, wie man ihn in keiner Massenherstellung erreichen kann. Bei den Zutaten herrscht ein strenges Reinheitsgebot, chemische Zusatzstoffe sind tabu. Als Geschmackslieferanten dienen ausschließlich natürliche Aromen wie ätherische Öle, Zitronensäure oder auch geschmacksintensiver Honig und Malz.
Ein Klassiker im Repertoire der Bonbonmacherei ist das Berliner Maiblatt: Dank originaler Walzmaschine aus dem Jahr 1920, den dazugehörigen Walzpapieren und Rezepten verkörpern die feinen Blätter mit Waldmeistergeschmack bei vielen Besuchern ein Stück Kindheitserinnerung.
Ihre Leidenschaft zum Bonbonmachen entdeckten die beiden Inhaber Katja Kolbe und Hjalmar Stecher 1994, als sie von der Schließung einer kleinen überalterten Bonbonfabrik in Braunschweig hörten und beschlossen, die Tradition selbst fortzuführen. Mit der Übernahme der traditionellen Maschinen, Rezepturen und Produktionsweisen entstand so eine eigene Bonbonproduktion im Berliner Prenzlauer Berg. Wenig später kam ihnen die Idee zur Schauküche, um den Herstellungsprozess für die Kunden erlebbar zu machen.
Das Sortiment der Bonbonmacherei umfasst über 30 Sorten, teilweise nach alten überlieferten Berliner Rezepten gekocht, teils von Hjalmar Stecher leicht variiert. Besonders ausgefallen ist die Eigenkreation der „Feuerhimbeeren”: Dazu werden kleine Fruchtdrops mit einem Hauch Cayennepfeffer verfeinert. Bosnische Pflaume, Pfefferminz-Zitrone und Quitte sind weitere Sorten, die es nur in der Bonbonmacherei zu kaufen gibt.
Bonbonmacherei
Heckmann Höfe
Oranienburger Str. 32
10117 Berlin
Öffnungszeiten: Mi bis Sa, 12 bis 20 Uhr,
Bonbon-Show-Küche: Jeweils Samstag 14, 16 und 18 Uhr
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