Ein Klassiker feiert Geburtstag – mono-a wird 50

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Geschrieben am: 10.10.08
Autor: René Schaller
Bildquelle(n): Mono

Ein Klassiker feiert Geburtstag – mono-a wird 50


Zuerst eine kleine Reise: Je nach dem an welchen Ort wir uns gerade befinden, Zuhause, Büro oder bestenfalls in einem Kaffee, ein Besteckteil ist nicht weit. Ich werde mal nachschauen, was sich in meinem Besteckkasten so findet. Ich weiß, dass es nicht sonderlich einfallsreich ist, vorallem aber ist es alles andere als formschön designt. Da liegt zum einen eine Serie Messer und Gabeln aus dem Nachlass meiner Uroma, schwarzer abgenutzter Bakelitgriff mit Zinken und Klingen aus Edelstahl. Aber immer noch besser als die Ikea-Billigstversion, die ich mir für meine allererste Wohnung angeschafft habe. Ich schätze aber, dass ich mit meinem Sammelsurium gar nicht alleine dastehe. Bestecke sind das Stiefkind bei der Tischgestaltung. Selbst in so manch gutem Restaurant werden Teile aufgetischt, die ihre besten Zeiten längst hinter sich haben.

Vor fast 50 Jahren hat sich Peter Raacke (mittlerweile Professor für Design) daran gemacht, einen Klassiker zu entwerfen. Sein revolutionäres Design wurde wie jede Neuerung von Argwohn begleitet. Im Nachkriegsdeutschland befand man sich gerade auf dem besten Wege ins Wirtschaftswunder und die Menschen liebten es zu schwelgen. In die Wohnzimmer zogen ‘Träume’ aus Eiche rustikal ein und die Fenster zierten Schabracken – all dies ist heute unter ‘Gelsenkirchener Barock’ der Inbegriff von muffiger Spießigkeit. Mono-a ist genau das Gegenteil davon.

„Unsere Kultur entwickelt sich nur weiter, wenn Einzelne vorangehen, nach Neuem suchen und Neues ausprobieren. Nur wer diesen Weg konsequent geht, ist in der Lage, Originale zu schaffen.”

Die Mettmanner Firma Seibel Designpartner GmbH steht hinter mono, und Herbert Seidel brachte 1959 den Mut auf, die Entwürfe Raackes zu realisieren. Der Erfolg der Firma wurde in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts begründet und fand seinen Höhepunkt in der Gestaltung und Ausführung der Bestecke für das Olympische Dorf der Spiele von 1936. Nach dem 2. Weltkrieg ging es weiterhin aufwärts. Während 90% der Besteck-Fabriken auf der Strecke blieben, folgte für Seidel ein rasanter Aufschwung. Noch heute setzt die Firma weniger auf Massenproduktion als auf klassisches Manufakturwesen. Vom Blech zur Gabel, alles in Handarbeit – Um die 20 Schleifer sorgen allein für scharfe Klingen und strahlenden Glanz.

Neben mono-a aus Edelstahl, gibt es die Serie mittlerweile auch in Sterling-Silber oder als Black-Edition (Edelstahl mit Kohlenstoffbeschichtung). Aber auch Weiterentwicklungen des Designs ergänzen das Repertoire, mono-e / -t verfügt über Holzgriffe und verändert so die Haptik. Aber auch ganz neue Formen haben Einzug gehalten. Das nahe gelegene Neandertal inspirierte Michael Schneider zu mono-zeug. Ein Messer in der Form eines Faustkeils bringt neue Eindrücke und lässt Besteck in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Eins ist sicher, es wird Zeit dem Sammelsurium zu entsagen und eine Entscheidung für gutes Tischwerkzeug zutreffen. Mono, egal ob -a, -t oder -zeug, kommt in die engere Wahl. Meine Suomi-Teekanne würde sich sicher über gute Gesellschaft freuen.

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