Das Art Institute of Chicago

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..

Geschrieben am: 26.11.08
Autor: Nadin Eule-Mau
Bildquelle(n): Interior Design, Art Institute of Chicago

Das Art Institute of Chicago


Chicago, die Metropole des Mittleren Westens, beeindruckt nicht nur durch eine imposante Skyline, die man am besten von der vor gelagerten Halbinsel, auf der sich das Adler Planetarium befindet, bestaunen kann.
Direkt am Rande des “Millennium Parks”, einer kleinen, grünen Oase inmitten der Stadt, befindet sich das Art Institute – eine der weltweit führenden Galerien. An der Rückseite des kompakten Gebäudes, das aus dem Stadtkern herauszuragen scheint, zieht sich hinter der Parkanlage der Lake Michigan entlang. Wie deplaziert baut sich der Museumskomplex parallel zur Skyline der Stadt auf. Die großen Stufen des „Art Institutes of Chicago” erblickt man schon von weitem. Zwei bronzene Löwenstatuen flankieren den Eingang. Wenn der Besucher durch die abgerundeten Tore des Haupteingangs geht, findet er sich direkt in dem großen, zwei Etagen umfassenden Lichthof wieder. Von diesem Atrium führt eine imposante Freitreppe in die Ausstellungsräume. Die Kunstwerke kommen dank der großzügig geschnittenen, Licht durchfluteten Räume optimal zur Geltung und Bänke laden zum Verweilen ein.

Das Museum bietet dank der architektonischen Umsetzung eine eindrucksvolle Kulisse für die Exponate der letzten 5000 Jahre Kunstgeschichte. Von großer Bedeutung ist der Bereich der impressionistischen und postimpressionistischen Malerei. Es handelt sich dabei um die größte Sammlung von Kunstwerken in diesem Stil außerhalb von Paris. Zu sehen sind einzigartige Buntglasfenster von Marc Chagall und berühmte Klassiker von Matisse, Degas und van Gogh.

Für einen Besuch im „Art Institute” sollte man einen gesamten Tag einplanen, was nicht nur der umfangreichen Sammlung zu verdanken ist, sondern auch der meisterhaften Architektur des gesamten Gebäudekomplexes. Sukzessive wurde das Museum seitwärts und in Richtung Lake Michigan ausgedehnt. Die zahlreichen erweiterten Gebäude lehnten sich an den vorherrschenden Stil in der jeweiligen Epoche an und spiegeln  so den Zeitgeist wieder. Ein bunter architektonischer Stilmix prägt so den Gebäudekomplex.

Das klassizistische Hauptgebäude des Museums öffnet 1893 erstmals seine Türen für Besucher. Mit seinem dreieckigen Giebeldach und den verspielten Ornamenten widersprach die Architektur des Instituts dem allgemeinen Stadtbild. Bis dahin war die Optik der Stadt geprägt durch Schwerindustrie und riesige Schlachthöfe. Die unzähligen Schienenstränge, die zum Teil immer noch vorhanden sind, zeigen die Transportwege für Vieh und Metall.
Diesen Widerspruch zwischen Klassizismus und Industriearchitektur nimmt das „Rice Building”, das Ende der 1980er Jahre im „beaux-art-modernism” erbaut wurde, auf. Elegante Einflüsse älterer Zeiten und gezielt eingesetzte moderne Akzente prägen den Bau der den Eindruck erweckt, als würde es sich um einen Renaissance Palast in Italien handeln, der sich nicht in die gläserne Skyline der Wolkenkratzer einpassen will. Das Bestehende sollte dabei nicht kopiert werden, sondern der historische Ansatz in einer modernen Weise neu interpretieren werden.

Neue Wege möchte das Museum nun mit dem nächsten Erweiterungsprojekt gehen. Es soll nicht wieder auf das längst vergangene zurückgegriffen werden, sondern der Architektur einen Schritt voraus sein. Die Erweiterung des Art Institutes wurde von Architekt Renzo Piano verwirklicht. Am 16. Mai 2009 soll der neue Flügel in dem die moderne europäische und zeitgenössische Kunstsammlung des Institutes beheimatet sein wird, eröffnet werden.

Der gesamte Gebäudekomplex den das „Art Institute” umfasst, wird durch diesen Neubau komplett umstrukturiert. So wird sich beispielsweise der Haupteingang nach Fertigstellung auf der Rückseite befinden. Der orthogonale Körper dieses neuen Baus wird partiell mit Kalkstein verkleidet sein, über dem sich scheinbar schwebend ein überdimensional erscheinendes Glasdach aus Glaslamellen befindet. Dieses weit über den Neubau hinausragende gläserne Dach wirkt wie eine Verbindung zwischen dem neuen und den älteren Gebäuden. Die moderne Glasfassade bricht gewollt mit dem klassischen „Beaux Art Stil”. Dennoch soll das Design eher puristisch wirken, damit die Kunst für sich stehen kann.
Man darf gespannt sein, wie sich die architektonische Geschichte des „Art Institutes of Chicago” weiter entwickeln wird und ob Pianos Baukörper dem Museumsareal eine neue architektonische Identität gibt, die dem 21. Jahrhundert gerecht wird.


The Art Institute of Chicago
111 South Michigan Avenue
Chicago, Illinois 60603-6404
fon: +1 312 443-3600
www.artic.edu

Beitrag speichern bei ...
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • BlinkList
  • Furl
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Yigg
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • TwitThis

Du kannst einen Kommentar schreiben oder einen Trackback senden.


Einen Kommentar schreiben »

« Back to text comment

You can add images to your comment by clicking here.

Keywords